Pressemitteilung vom 11. August 2022
Schwitzen für die Orchideen

Jugendliche auf einem Karren mit Gestrüpp im Wald

Halblech, 11.08.2022 – Am Freitag den 05. August 2022 haben sich elf jugendliche Teilnehmer einer Lech-Radtour für den Naturschutz engagiert. Im Wald der Gemeinde Halblech haben sich die Jugendlichen trotz sommerlicher Temperaturen körperlich eingesetzt und verschiedene Bäume und Sträucher auf einem seltenen, schützenswerten Magerrasen entfernt. Die Aktion wurde von der örtlichen Försterin, Revierleiterin Annerose Schneider, und von Försterin Petra Angerer des Walderlebniszentrums Füssen-Ziegelwies organisiert und betreut.

Direkt am Halblech trafen sich die jugendlichen Radfahrer und ihre Betreuer mit den Försterinnen Annerose Schneider und Petra Angerer. Zunächst wurde der vor ihnen liegende Rasen etwas kritisch beäugt. Doch nach einer spielerischen Erklärung der Försterinnen haben die Jugendlichen die Fläche gleich ganz anders betrachtet. Aufgrund des flachgründigen Bodens und der intensiven Besonnung hat sich hier eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt. Försterin Annerose Schneider zeigte den Kindern einige auf dem Magerrasen vorhandene Orchideen.

Magerrasenfläche wächst immer mehr zu

"Hier sind extrem seltene Arten zu finden. Man kann hier zum Beispiel Orchideenarten, wie die Knabenkräuter entdecken. Aber auch viele Insekten, Schmetterlinge, z. B. der Zwergbläuling und seltene Grashüpfer, z. B. der Schwarzfleckige Grashüpfer, sind auf diesen Flächen heimisch." erklärte Petra Angerer.
Da die Fläche immer mehr mit aufkommenden Jungbäumen und Sträuchern zuwächst, muss diese gepflegt werden, um den vorkommenden Arten ihre Existenz zu erhalten. "Normalerweise entstehen durch die Dynamik des Flusses immer wieder Flächen wie diese. Vorhandener Bewuchs wird weggespült und ein flachgründiger Standort, auf dem sich Magerrasen entwickelt, entsteht. Da aber die Flüsse, wie auch der Halblech hier, immer mehr verbaut wurden ist diese Dynamik nicht mehr vorhanden. Magerrasen wachsen zu und werden nährstoffreich, aber es entstehen keine neuen. Deswegen müssen wir heute etwas nachhelfen!" beschrieb Annerose Schneider.

Jugendliche pflegen Magerrasenfläche

Magerrasen nach Bearbeitung
Mit Hecken- und Forstscheren wurden bestimmte Bäume und Sträucher abgeschnitten und von der Fläche entfernt. Dadurch werden der Fläche keine Nährstoffe mehr eingetragen und es kann wieder viel Licht auf die Fläche fallen. So kann der Magerrasen und sein Artenreichtum erhalten bleiben, der sonst mit der Zeit verschwinden würde. Nach erfolgreich getaner Arbeit wurden die Jugendlichen mit einer Brotzeit durch den Bürgermeister der Gemeinde Halblech, Johann Gschwill, belohnt.
Die Jugendlichen nehmen an einer durch organisierten Fahrradtour am Lech teil. Unter dem Motto "Spiel, Spaß und was Sinnvolles" wollen sie den Lech erleben und sich in verschiedenen Projekten für die Natur engagieren. Die Fahrradtour wird unter anderem vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz und der Alpenkonvention unterstützt.